Ni más / ni menos

Ni más / ni menos

Premiere: 31. Oktober 2000

 

Nachts in einer Bibliothek. Einige Menschen sind heimlich auf der Suche nach dem Buch ihres Lebens. Jeder glaubt von sich selbst, alleine in einer verlassenen Bibliothek zu sein. Jeder vertraut darauf, als Einziger zum letzten Schluss der Weisheit kommen zu können.

 

Wo ist das Buch? Ist es in dieser Reihe … in jener? Welche Gestalt hat die Ordnung der Bücher, die die Welt bedeuten?

 

Bücher sind wie Schamanentrommeln. Wenn man sie liest, werden Geister wach, die durch den Schreiber, vielleicht vor langer Zeit, auf das Papier gebannt wurden. Mumifiziert oder wie Schmetterlingspuppen liegen sie da zwischen den Buchdeckeln oder in der Schriftrolle, bis einer dieses Buch öffnet und … zunächst nichts erkennen kann als Zeichen. Wieder ist man auf sich gestellt, das bisherige Suchen hat nur ein weiteres Suchen ausgelöst. „Das Unbekannte, das ich in mir trage, das macht mich aus“, sagt Paul Valerie. Und wenn ich dieses Unbekannte in Büchern suche, dann bleiben diese leer, dann wird die Bibliothek ein asylum ignorantiae, eine Zuflucht für die Unwissenheit. Als würde man durch einen Berg gehen wie Gilgamesch, dem die Trommel in die Unterwelt fiel, worauf er sich auf den Weg machte, um sich selbst zu suchen.

 

Ein am Anfang der Suche achtlos herostratisch hingeworfenes Feuer hat die ganze Bibliothek in Brand gesetzt und so zerstört. Aber wie eine Lampe, die weiterbrennt, obwohl das Öl schon verbraucht ist, springt ein neuer Lichtfunke auf die Suchenden über, und mit dem neu entzündeten Licht macht man sich von Neuem auf die Suche.

 

Idee, Inszenierung und Bühne: Erwin Piplits
Kostüme: Ulrike Kaufmann
Licht: Michael Illich
Musik: Sacdeplastic, Paul Skrepek, Werner Dafeldecker u.a.

 

Das Ensemble: Carlos Delgado Betancourt, Lana Francis Carvalho, Marcelo Cardoso Gama, Ulrike Kaufmann, Deborah Gzesh, Mario Mattiazzo, Kari Rakkola, Sandra Rato da Trindade, Gerwich Rozmyslowski, José Antonio Rey Garcia, Mercedes Vargas Iribar, Miriam Vargas Iribar