Xenos

Xenos

Premiere: 26. April 2005
Die Arbeit erhielt den Nestroy 2005 für die beste Ausstattung.

 

 

Xenos ist im Griechischen ein Unbekannter, der durch Gastfreundschaft, durch Philoxenia, zum Freund wird. Um ein integriertes Glied der Gesellschaft sein zu können, muss die Gesellschaft dem Menschen die Möglichkeit bieten, bewusst aus ihr in das Individuelle, in einen Freiraum heraustreten zu können, denn nur bewusst und selbstverantwortlich handelnde Menschen können eine lebenswerte Gesellschaft bilden. Besonders kommt dieser Freiraum dem Kunstschaffenden zu, der die Ergebnisse seiner Tätigkeit der Gesellschaft gegenüberstellen muss.

 

Zunächst bleibt im Spiel um „Xenos“ offen, wer Eindringling und wer hier zuhause ist. Eine Gruppe bildet sich erst nach und nach und findet nicht ohne Konflikt zum gemeinsamen Weg. Die Aufnahme des Einzelnen in die Gruppe, seine Eingliederung, aber auch seine Verwandlung sind Gegenstand des Spiels.

 

Im Hintergrund hat man den Blick auf ein System von Wegen, voll von Gestalten, die alle fremd wirken. Wenn sich dieser Prospekt senkt, bekommt man den Blick auf einen bewegten malerischen Himmel frei, so als würde man den Kopf und den Blick vom Boden in die Weite heben. Die Geschichte hat ein offenes Ende, denn die Sehnsucht nach Harmonie bleibt zunächst ungestillt. Diese Sehnsucht ist es, die dem Menschen Sinn und Würde verleiht. Durch die Sehnsucht wird die Notwendigkeit der Künste bewirkt. Erst die Gastfreundschaft gegenüber den Künsten und deren unmissbräuchliche Achtung gibt der Gesellschaft das Recht, sich selbst als kultiviert zu bewerten.

 

Idee und Gestaltung: Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits
Kostüme: Ulrike Kaufmann
Bühnenmalerei: Max Kaufmann, Tonio Nodari
Musikmontagen: Erwin Piplits
Licht: Michael Illich

 

Das Ensemble: Carlos Delgado Betancourt, José Antonio Rey Garcia, Mario Mattiazzo, Kenia Bernal Gonzalez, Mercedes Vargas Iribar, Miriam Vargas Iribar, Ulrike Kaufmann, Rasmiel Abreu Valdes