Serapion, mon amour

Serapion, mon amour

Premiere: 15. Februar 2004

 

Hier beginnt eine Serie von Arbeiten, die sich mit dem Dasein eines Kunstschaffenden beschäftigen. Erinnerung ist das erste Motiv, dann das Fremdsein und schließlich das Ewige Kind, das es für jeden zu bewahren gilt. Es wird versucht, dem Betrachter, dem Zuseher die Idee der Visuellen Poesie, die ja eine eigene Sprache ist, nahezubringen.

 

Ein alter Mann, ein einsames Wesen, sitzt am Fuße einer Säule und raucht eine Zigarette nach der anderen. Gestalten der Erinnerungen an vergangene Glorie tauchen, in alte Kostüme aus verschiedenen Stücken gehüllt, aus dem verspiegelten Hintergrund, in dem sich das Publikum sehen kann, auf. Ferne Walzerklänge erinnern an irgendwann gespielte Vorstellungen. Indem sich das einst Gespielte durch stete Wiederholung deutlicher formt, fallen die alten Kleider ab und das Spiel bekommt neue Dimensionen. Die erdachten Wesen geben sich als Ensemble zu erkennen und bekommen Eigenleben. Wie die Geister aus Goethes Zauberlehrling entgleiten sie dem Einfluss des Tagträumers. Zunächst wirken sie wie zur Schau gestellt, dann verlieren sie ihre Form, verwandeln sich in amorphe Gestalten und verlieren sich im Saal, der jetzt von einem mit dem Sternkreis bemalten Vorhang durchzogen ist.

 

Der Vorhang zieht sich rund um das Publikum herum und schließt dieses in das Spiel mit ein. Was jetzt kommt, ist eine Huldigung an den Kosmos des Zusammenspiels und dessen wechselnde Spannungsfelder. Immer wieder werden Situationen aus der Erinnerung umgewandelt, sodass der Alte kaum mehr weiß wo er ist. Seine Welt hat sich selbständig gemacht, ist etwas Eigenes geworden. Aus den erinnerten Gestalten schälen sich, wie aus Schmetterlingspuppen, eigenständige Wesen. Aber da sie nicht zusammengeführt werden, bleiben sie solistisch. Die Arbeit am Ensemble kann beginnen.

 

Idee und Gestaltung: Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits
Kostüme: Ulrike Kaufmann
Bühnenmalerei: Max Kaufmann, Tonio Nodari
Licht: Michael Illich
Rhytmische Betreuung: Marcelo Cardoso Gama
Musik Montage: Erwin Piplits

 

Das Ensemble: Carlos Delgado Betancourt, Kenia Bernal Gonzalez, Ulrike Kaufmann, Mario Mattiazzo, Sandra Rato da Trindade, Jose Antonio Rey Garcia, Lina Maria Venegas Baracaldo, Mercedes Vargas Iribar, Miriam Vargas Iribar