OdeonTanz II - Körper in Gefahr?

OdeonTanz II

Körper in Gefahr? - Heterotopien als Rettung?

 

Von 4. bis 12. Dezember 2010

 

4. Dezember 2010, 20 Uhr
5. Dezember 2010, 14 und 20 Uhr
Nikolaus Adler: „Jennifer oder Die Rückkehr der Wilis“ (Österreichpremiere)
Mit Nikolaus Adler und „Homunculus“ (Leitung: Nikolaus Selimov/Künstlerische Leitung: Manfred Aichinger)
 
7. und 8. Dezember 2010, 20 Uhr
Georg Blaschke: „In Case Of Loss“ – Trio-Performance
Rainer Krenstetter und Claudia Jeschke: „Aufforderungen zum Tanz“
 
10. und 11. Dezember 2010, 20 Uhr
Rose Breuss: „Die Luft zerbricht - eine Tanzsuite“.
Eine Produktion der CIE. OFF VERTICALITY/C.O.V. in Kooperation mit OdeonTanz
 
Lecture Performances:
5. Dezember 2010, 18 Uhr:
Mark Franko: „Gestures in Dance“
8. Dezember 2010, 18 Uhr: Rainer Krenstetter, Sibylle Dahms und Claudia Jeschke: „Restaging Gluck“
 

Nähere Informationen unter www.odeontanz.at

 

 

Kartenpreise:

€ 18,- Vollpreis
€ 16,20 Ö1 Club- Mitglieder
€ 11,- SeniorInnen
€ 5,- SchülerInnen, StudentInnen

Lectures: € 5,-

Festivalpass: € 35,- Vollpreis / € 15,- SchülerInnen, StudentInnen


Kartenreservierung:
Tel.: (01) 216 51 27
E-mail: buero(at)odeon-theater.at 
 
 

OdeonTanz zeigt Stücke, die explizit der Verbindung zwischen Text und Tanz gewidmet wurden oder die Dynamiken und Transformationen zwischen literarischen Texten, Raum, Körper und Tanz betonen und den Körper nicht als Mechanik begrenzen, sondern ihn mit der Textur des Umfelds und mit der Situation, in der er sich befindet, verbinden, um Spektren fühlbar zu machen, die überall unter dem Wort, im Körper und im Raum präsent sind.

 

Nikolaus Adler und die Wiener Company „Homunculus“ (Leitung: Nikolaus Selimov/Künstlerische Leitung: Manfred Aichinger) werden am Samstag, dem 4. und Sonntag, dem 5. Dezember 2010, mit der österreichischen Premiere des Tanzstücks von Nikolaus Adler „Jennifer oder Die Rückkehr der Wilis“ den Auftakt des Festivals bilden.

 

Am Dienstag, dem 7. und Mittwoch, dem 8. Dezember wird OdeonTanz II die Trio-Performance „In Case Of Loss“ von Georg Blaschke vorstellen. Ihre Aufgabenstellung der architektonischen Versuchsanordnung für drei Körper „führt zu teils strukturierten, teils unvorhersehbaren Umordnungen im choreografischen Raum. So wird ein Spannungsfeld körperlicher Interaktionen aufgebaut, das sich im Grenzbereich von Tanz und Installation ansiedelt.“ (Georg Blaschke).

 

„Die Luft zerbricht- eine Tanzsuite“. Unter diesem Titel wird die neueste Produktion der CIE. OFF VERTICALITY/C.O.V. in Kooperation mit OdeonTanz, Choreographie Rose Breuss, am Freitag, dem 10. und am Samstag, dem 11. Dezember zu sehen sein. Rose Breuss hat sich hier eines uralten und gleichzeitig äußerst zeitgenössischen Themas angenommen: „Die Luft ist der Ort des Tanzens, alter Tanzstoffe und der Ort zeitgenössischer High-Tech-Kommunikation (...) Die zeitgenössische Luft scheint die Welt technologisch, kommunikativ, informativ und wild unreflektiert zu bergen. Sie ist Entstehungsort der Choreographie – Die Luft zerbricht. Sie beschäftigt sich mit Brüchen, veränderten Wahrnehmungen und Perspektiven.“

 

OdeonTanz konstruiert Identität durch Gedächtnis in Zeiten virtueller Kommunikationsstrukturen und externer Speicherung, in denen sich der Bezug zum Körper durch die veränderten Kommunikationsbedingungen drastisch ändert. Tanz ist Teil des kulturellen Hier und Jetzt, aber auch des „kulturellen Gedächtnis“ (Jan Assmann).

 

Mit Mark Franko, Tänzer, Choreograph und Professor für Tanz und Performance Studies an der University of California, Santa Cruz, konnte in Kooperation mit der Universität Salzburg (Claudia Jeschke) einer der wichtigsten amerikanischen Theoretiker, des zeitgenössischen  und historischen  Tanzes gewonnen werden. Seine Werke „Dancing Modernism“, „Performing Politics“, „Dance as Text“ und andere sind wichtige Grundlagen der Debatten zum kulturellen Gedächtnis im Tanz. Mark Franko wird  am Sonntag, dem 5.12., eine lecture zum Thema „Gestures in Dance“ halten.

 

Rainer Krenstetter, ehemals Solotänzer beim Ballett der Wiener Staatsoper, dann beim Ballett der Staatsoper Unter den Linden Berlin und seit 2004 Solotänzer beim Staatsballett Berlin und Claudia Jeschke, Professorin der Universität Salzburg, werden nach dem Erfolg der ersten lecture bei OdeonTanz im Jänner/Februar 2010 eine weitere Kooperation eingehen: Ihre lecture demonstration am Dienstag, dem 7. und Mittwoch, dem 8. Dezember steht jeweils unter dem Titel „Aufforderungen zum Tanz“. Krenstetter/Jeschke untersuchen, auch mit der lecture von Claudia Jeschke am 8. Dezember „Restaging Gluck“, Bedingungen der Beteiligung des Körpers an sozialen Diskursen und der Steuerung von sozialen Prozessen.

 

„Körper in Gefahr - Heterotopien als Rettung?“ lautet die Frage, die sich ChoreographInnen, WissenschaftlerInnen, Tänzer und Tänzerinnen und das Organisationsteam um die Kuratorin und Choreographin Rose Breuss stellt. Mit Erstaufführungen, Repertoire, Workshops, Einführungen für das Publikum und Schulklassen, mit Filmen und Diskussionen sowie einem runden Tisch zu aktuellen Fragen zum Tanz in Österreich soll neben den Aufführungen ein Fokus auf aktuelle und historische, auf gegenwartsbezogene und vergangene Heterotopien gelegt werden, die insbesondere durch die zunehmende Digitalisierung des Alltags Fragen aufwerfen und eine Positionierung herausfordern.

 

Für Fragen und weitere Informationen steht das Team jederzeit gerne zur Verfügung unter

office(at)odeontanz.at oder www.odeontanz.at . Wir freuen uns auf Ihre/Eure Neugier, denn

 

„A maître de ballet, then ought to explore everything, to examine all, since everything that exists in the universe can serve him as a model.“ (Noverre, Letter Vi: a.a.O.:38) Cordula Fink

 

© Fotos: Richard Kirchner und Reinhard Mayr

 

 

ODEON, Taborstraße 10, 1020 Wien

Tel.: (01) 216 51 27, Fax: + 43 1 216 51 27-22 und E-mail: buero(at)odeon-theater.at