Christoph Ransmayr: "Morbus Kitahara"

Christoph Ransmayr: Morbus Kitahara (S. Fischer Verlag, 1995)

 

Montag, 02. Mai 2011, 19 Uhr

 

 

Christoph Ransmayr (Wien) liest aus seinem Roman

Karl Wagner (Professor der Universität Zürich) Referat

Klaus Kastberger (Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek) Diskussion, Redaktion und Moderation

 

Christoph Ransmayrs dritter Roman ist eine Distopie, angesiedelt in einer Topographie des Terrors und der Gewalt, mit zeichenhaften Verweisen auf das Salzkammergut und das verzweigte Lagersystem des KZ Mauthausen. Der „Friede von Oranienburg“  diktiert die Voraussetzungen für das Leben nach dem großen Krieg: Rituale der Sühne und des Erinnerns sind eine andere Einübung ins Vergessen, der Landstrich um das Kaff Moor ist Besatzungszone und wird per Verordnung in archaisch-primitive Lebensformen versetzt. Das ehemalige Opfer der Tortur, Ambras oder der „Hundekönig“, wird zum verhassten Aufseher des Steinbruchs Moor, der Sohn des Schmieds, Bering, sein Leibwächter, seine Angebetete, Lily, ist Grenzgängerin zwischen den Zonen und träumt von Brasilien, wo es, mit dem Romanbeginn vorweggenommen, zum tödlichen showdown kommt. Mit verfinstertem Blick beschreibt Ransmayr die geschichtete Geschichte einer zur Umkehr unfähigen Nachkriegsgesellschaft und die „lange Dauer“  (natur)geschichtlicher Erosionsprozesse. (Karl Wagner)

 

Eine Zusammenarbeit zwischen dem Odeon Theater und der Alten Schmiede - Projekt Stadtinstitut für Literarische Forschungen - GRUNDBÜCHER der österreichischen Literatur seit 1945 - gemeinsame Reihe mit dem Adalbert-Stifter-Institut, Linz

 

 

Kartenpreise:

€ 18,- / € 12,-

 

Kartenreservierung:

Tel.: 01 / 216 51 27 oder Fax: 01 / 216 51 27–22

E-Mail: buero(at)odeon-theater.at