Zugeflüstert

Zugeflüstert (vier Werke, zwei Uraufführungen)

zugeeignet Gertrud Bodenwieser, Isolde Klietmann, Andrei Jerschik

 

Premiere: Samstag , 18. Oktober, 20h

Weitere Aufführungen: 19. und 20. Oktober

 

Terror -  (aus dem Tanzdrama Die Masken Luzifers)

von Gertrud Bodenwieser, UA 1936, ÖE Wiener Festwochen 1936)

 

Rekonstruktion: Bettina Vernon und Evelyn Ippen für Tänze der Verfemten von Esther Linley, 1995 Linz

Choreografie: Gertrud Bodenwieser

Einstudierung: Harmen Tromp

Tanz: Blazej Jasinski, Tamara Kronheim, Anna  Prokopova, Aureliusz  Rys, Anna Tytus (Studierende der Anton Bruckner Privatuniversität Linz)

Musik: Marcel Lorber

Klavier: Volker Nemmer

Lichtgestaltung: Peter Thalhamer

 

Die Tanzszene Terror ist ein exemplarisches Beispiel aus dem vielgestaltigen choreografischen Werk von Gertrud Bodenwieser, das durch die Rekonstruktion der beiden Bodenwieser- Tänzerinnen Bettina Vernon und Evelyn Ippen erhalten worden ist. Einem dramatischen Kammerspiel gleich gibt es in genau abgezirkelter Bewegung und  subtiler Rollencharakterisierung den Untergang einer Familie durch den personifizierten Terror preis.

 

 

Flüstergewölbe (UA) - zugeeignet Isolde Klietmann

 

Choreografie: Rose Breuss

Tanz: Anna Lis, Julia Mach, Anna Nowak

Musik: Hannes Löschel

Lichtgestaltung: Peter Thalhamer

 

Wie aus einem Flüstergewölbe wirft der Tanz aus der Zeit vor 1938 seine Echos zu einem heutigen Brennpunkt. Die drei Tänzerinnen bestimmen aus den zurückkehrenden Echos  ihre Körpergesten und Raumlagen – im Verhältnis zu erinnerten Hindernissen, die „im Raum stehen“.

 

Rose Breuss

 

 

Jetzt bist Du dran.

Ein Versuch über Rekonstruktion und Weitergabe von Choreografie.

 

Künstlerische Leitung: Georg Blaschke

Performance: Georg Blaschke, Petr Ochvat, Harmen Tromp

Basierend auf der Choreografie Mensch im Wahn  zur Musik von Sergei Rachmaninoffs Prelude in G-Moll, Opus 23, Nr.5 (UA 1929) von Andrei Jerschik (1902 – 1997)

Lichtgestaltung: Peter Thalhamer

 

Thema dieser Performance ist der Akt der Weitergabe und Rekonstruktion von Choreografie. Im Jahr 1995 hatte Andrei Jerschik noch Im Alter von 94 Jahren seine Choreografie Mensch im Wahn an Harmen Tromp direkt, das heisst im Proberaum, und mit Hilfe von handschriftlichen Anweisungen übertragen. Die Erinnerungen von Tromp an diesen Prozess und die erhaltenen gleichzeitig berührenden wie energischen Notizen Jerschiks dazu bilden den Kern dieser Auseinandersetzung mit Weitergabe als künstlerischem Akt.

 

Die Choreografie an sich wird von Tromp nun mit dem jungen Tänzer Petr Ochvat einstudiert. Dieser Prozess wird von Georg Blaschke beobachtet, dokumentiert und in ein Präsentationsformat gekleidet, in welchem schließlich vier männliche Generationen von Tänzerinterpreten direkt oder indirekt in Diskurs miteinander treten werden. Eine mögliche Gegenüberstellung von Original und zeitgenössischer Neudeutung der Choreografie bildet dabei nur einen Aspekt. Im besonderen werden die Rituale, Medien und persönlichen Motive beim Akt des Übergebens und Einstudierens thematisiert.

 

Georg Blaschke

 

 

Ionisation

 

Choreografie: Liz King (1982/ 2008)

Musik: Edgar Varèse

Bearbeitung: Erdem Tunakan

Tanz: Jianan Qu

Lichtgestaltung: Peter Thalhamer

 

Ionisation war eines der ersten Werke, das Liz King, Mitbegründerin  des Tanztheater Wien, eines der ersten freien Tanzensembles im  Österreich der 80er Jahre, dem Publikum präsentierte. Auf Anregung  der Festival-Leitung nimmt die Choreografin das Solo, das sie damals für den Tänzer Harmen Tromp kreierte, nun wieder auf und bearbeitet  es für den jungen Tänzer Jianan Qu. Dahinter steckt das Bestreben, zeitgenössisches Tanz-Repertoire zu erhalten.